Wie ist der Unterboden für Ihren Parkettfußboden?

Alles fängt beim Unterboden für Ihren Parkettfußboden an. Welchen Unterbodentyp Sie haben, wird von der Technik und den Materialien, die Sie verwenden für die Installation Ihres Fußbodens, bestimmt.

i. Vinyl, Teppich, Kork, Laminat und andere weiche oder halbweiche Unterböden

Entfernen Sie zunächst diese Bodenbeläge und halten Sie sich danach an die Anweisungen bezüglich der Schicht unter dem Bodenbelag.

ii. Feinster Sand

Das Parkett direkt auf sandigem Unterboden verlegen ist keine gute Idee: das Holz stünde somit im unmittelbaren Kontakt mit dem feuchten Unterboden und die Dielen wären den Folgen der Bodenfeuchtigkeit schutzlos ausgesetzt. Graben Sie deshalb die Sandoberfläche tief genug aus und legen Sie dann eine Kunststofffolie, die das Durchdringen von Feuchte verhindert. Auf dieser Folie wird zunächst ein Unterboden aus Beton gegossen und danach kommt ein Estrich, eventuell mit einer Bodenisolation oder Bodenheizung versehen. Informieren Sie sich diesbezüglich bei einem Spezialisten.

Wenn der Estrich fertig ist, folgen Sie den betreffenden Anweisungen.

iii. Hölzerne Unterkonstruktion

Sorgen Sie dafür, dass die Unterkonstruktion stabil und völlig eben ist. Benutzen Sie dazu den Wasserpass. Um zu vermeiden, dass der Fußboden sich biegt, darf der Höchstabstand zwischen den Mittelpunkten zwei nebeneinander liegender Balken die 40 cm nicht überschreiten.

Parkettfußböden mit einer Dicke von minimal 20 mm können dann senkrecht auf die Konstruktion verlegt und in der Feder festgenagelt werden. Dünnere Parkettfußböden sind für diese Art der Verlegungstechnik nicht geeignet.

iv. Unterboden aus Holz oder OSB-Platten

Selbstverständlich steht es Ihnen zu, auf der Unterkonstruktion zunächst einen Unterboden zu installieren. Zumeist verwendet man dazu OSB-Platten. Es ist sehr wichtig, dass diese stabil und eben (Wasserpass benutzen!) auf der Balkenkonstruktion angebracht werden.

Ein Vorteil dieser Technik ist, dass Sie nun selbst entscheiden können, in welche Richtung Sie die Parkettdielen verlegen, da es nun unerheblich geworden ist, die Dielen senkrecht auf den Balken der Konstruktion zu legen. Außerdem ermöglicht ein solcher Unterboden es Ihnen, sich nun für einen dünneren Parkettfußboden zu entscheiden: 15 oder 10 mm, je nach Dicke der OSB-Platte. Dies verschafft Ihnen mehr Auswahlmöglichkeiten.

v. Bereits vorhandener Parkettfußboden

Es ist auch möglich, den neuen Parkettfußboden oben auf einem älteren zu verlegen. Dazu ist es allerdings erforderlich, dass der alte Fußboden stabil, eben (Wasserpass!), fest und nicht von Insekten befallen ist. Spuren von Fäulnis, Schimmel oder Feuchtigkeit darf das alte Parkett auch nicht aufweisen.

Verlegen Sie die neuen Dielen quer auf den alten. Die Dicke Ihres neuen Parketts spielt dabei keine Rolle.

vi. Bereits vorhandener Fliesenboden

Ein mehrschichtiges Parkett kann zudem auf einem bereits vorhandenen Fliesenfußboden oder einer anderen Art von hartem oder glasähnlichem Unterboden verlegt werden (zum Beispiel keramische Fliesen, Emaille-Fliesen, polierter Marmor, Naturstein). Das ist sogar eine vernünftigere Lösung, als die vorherige Entfernung selbigen Fliesenbodens, da so die Gefahr gebannt wird, dass Sie bei der Entfernung sich darunter befindliche Rohre oder den Estrich beschädigen.

Lose Fliesen müssen vorher unbedingt festzementiert werden! Der ganze Boden hat stabil und eben (Wasserpass!) zu sein. Am besten egalisieren Sie die Unebenheiten.

Wenn Sie Ihr Parkett am Fliesenboden festkleben wollen, können Sie die Oberfläche der Fliesen vorher abschleifen, denn so haftet der Parkettleim besser an selbigen. Das Schleifen kann mit einer Schleifscheibe aus Diamant erfolgen. Anstatt dessen können Sie auch eine Grundierung verwenden. Das würde Ihnen eine Menge Arbeit ersparen!

vii. Anhydrit Fließestrich

Anhydrit ist ein flüssiger Estrich mit Gips als Grundlage. Diese Estrichtechnik findet heutzutage immer mehr Anwendung. Zur erfolgreichen Verlegung eines Parketts bei einem solchen Unterboden ist Folgendes zu beachten:

  • Den Feuchtigkeitsgehalt des Estrichs ermitteln Sie mittels eines elektronischen Feuchtigkeitsmessgeräts oder einer Kalziumkarbidflasche. Der Anhydrit-Estrich darf maximal 0,5% Feuchtigkeit enthalten. (Sollte der Fußboden mit einer Fußbodenheizung kombiniert werden, so darf der Anhydrit-Estrich höchstens 0,5% Feuchtigkeit enthalten.) Sollte der Feuchtegehalt höher sein, ist es erforderlich, den Unterboden zunächst weiter austrocknen zu lassen.
  • Wenn der Unterboden trocken genug ist und sich im Optimalen Zustand befindet, können Sie Ihren Parkettfußboden nun schwebend verlegen.
  • Möchten Sie den Fußboden am Unterboden festkleben, so sind noch einige weitere Maßnahmen erforderlich:
    • Nach Aushartung des Anhydrit-Estrichs bildet sich an der Oberfläche des Estrichs eine dünne Kalziumsulfitschicht, die die Haftung des Klebers beeinträchtigt und deshalb entfernt werden muss (schleifen). Dazu können Sie eine grobe Schleifscheibe mit Titan oder Diamant verwenden.
    • Der beim Schleifen erzeugte Staub beeinträchtigt eine ordentliche Haftung des Leims. Nach dem Schleifen sollte gründlich staubgesaugt werden.
    • Des Weiteren empfiehlt es sich, die Haftung des Klebers mithilfe einer für Anhydrit-Estriche geeigneten Grundierschicht zu optimieren.

viii. Sandzement-Estrich

Auch bei einem Sandzement-Estrich müssen Sie darauf achten, dass dieser sich in einem guten Zustand befindet und ordentlich getrocknet ist, ehe Sie mit der Verlegung Ihres Parketts anfangen. Der exakte Feuchtigkeitsgehalt muss mit einem elektronischen Feuchtigkeitsmessgerät oder einer Kalziumkarbidflasche ermittelt werden. Für Zement-Estriche gilt als Höchstfeuchtigkeitsprozentsatz 2,5%. (Bei einer Kombination des Fußbodens mit einer Fußbodenheizung darf das höchstens 1% sein!)

Sie können den Fußboden schwebend verlegen oder am Estrich festkleben.